Heilpilze im Kontext der Medizin

Im Durcheinander der Ernährungs- und Lifestyletrends kann man schnell den Überblick verlieren. Wie kommen die Erkenntnisse aus der jahrtausendealten traditionellen Medizin und die auf Wissenschaft basierende Schulmedizin zusammen und wo lassen sich die Heilpilze einordnen?

In Deutschland wird als Fachbegriff über die Komplementärmedizin gesprochen, aber besser bekannt ist der Begriff als Alternativmedizin (4). Die bekanntesten Methoden sind u.a. Akupunktur, Pflanzenheilkunde oder Osteopathie und sie ordnen sich unter dem Oberbegriff der Naturheilkunde ein. Anders als die symptomorientierte Schulmedizin, die sich auf wissenschaftliche Grundlagen bezieht und sich hauptsächlich pharmazeutischer Mittel, Operationen und Bestrahlungen bedient, ist die Alternativmedizin erfahrungswissenschaftlich ausgelegt und betrachtet den Menschen ganzheitlich und individuell (5).

Heilpflanzen und ihre Bedeutung

Das Rheinische Ärzteblatt berichtet, dass jeder zweite Deutsche bereits eine alternativmedizinische Methode ausprobiert hat. Deutsche Ärzte lassen sich immer mehr in Naturheilverfahren weiterbilden und sehen die Vorteile. 60 Prozent der Hausärzt:innen praktizieren mindestens eine Methode der Alternativmedizin (4). Die Naturheilkunde, die unter anderem infolge pharmazeutischer Möglichkeiten ab Mitte des 20. Jahrhunderts verdrängt wurde, ist somit immer mehr auf dem Vormarsch (5).

Um den Zusammenhang der Heilpilze in der heutigen Alternativmedizin zu verstehen muss die Geschichte kurz beschrieben werden. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) finden seit Jahrhunderten Heilpilze, auch Medizinalpilze und Vitalpilze genannt, als Rezepturbestandteile vielfältige Anwendung. Im Fokus steht der ungehinderte Fluss der Körperenergie Qi. Der glänzende Lackporling, besser bekannt als Reishi soll laut TCM Qi und das Blut wieder in Fluss bringen und wird seit über 2000 Jahren für die Organe Magen, Milz, Lunge, Leber und Niere verwendet. Behauptungen nach wird der Shiitake ähnlich vielseitig eingesetzt und soll bei Leber-und Herzleiden helfen. Es wird zudem in der TCM behauptet, dass der Pilz Coriolus positive Auswirkungen auf den Verdauungstrakt, sowie Asthma und rheumatische Beschwerden hat (8).

Die Geschichte der Heilpilze

In Europa erschienen die Heilpilze im 15. Jahrhundert in Arzneibüchern von Hieronymus Bock, Peter Milieus und Adam Lonitzer, auch bekannt als die “Väter der Botanik”. In diesen Büchern wurde zum Beispiel die Stinkmorchel bereits gegen die Gicht eingesetzt. 1997 etablierte sich dann immer mehr der Begriff der Mykotherapie (Pilzkunde), welche von der Pflanzenheilkunde abgeleitet wurde. Der Mykologe Jan Ivan Lelley bezeichnete die Mykotherapie als “Wissenschaft des Einsatzes von Großpilzen mit Heilwirkung” und forderte im Zusammenhang mit der Veröffentlichung seines Buches die Anerkennung dieser Therapieform in der Naturheilkunde (3).

Nach Angaben der Nationalbibliothek für Medizin wird heute angenommen, “dass Heilpilze und Pilze ungefähr 130 medizinische Funktionen besitzen.” Zu diesen Funktionen gehören unter anderem Antitumor-, Antioxidans-, antivirale, antibakterielle und entgiftende Wirkungen (2).

Zudem werden die Heilpilze seit über 30 Jahren als Ergänzung zu Standard-Krebsbehandlungen in Japan und China eingesetzt. Dies erfolgt entweder als Einzelwirkstoff oder in Kombination mit der Chemo- oder Strahlentherapie. Die am häufigsten eingesetzten Arten der Heilpilze in Asien sind Reishi, Truthanschwanz, Shitake und Maitake (1).

Aktuelle Studien

Unter ihnen ist Reishi die wohl am gründlichsten wissenschaftlich untersuchte Pilzart. Aktuelle Forschungen untersuchen die jahrtausendealten Behauptungen der chinesischen Medizin, ob der Pilz tatsächlich auf natürliche Weise das Immunsystem stärkt. In diesem Zusammenhang wird auch das Potential dieser Pilzart in Bezug auf die Krebsprävention untersucht und ob es tatsächlich positive Auswirkungen auf Entzündungen, Allergien und Asthma hat (6).

Bei der Einnahme haben sich die konzentrierten Produkte, wie zum Beispiel vordosierte Kapselformen, als Nahrungsergänzungsmittel durchgesetzt. Pilze sind wasserhaltig und die erforderliche Konzentration stellt die Einnahme der wichtigen Inhaltsstoffe sicher (7). Die traditionelle Zubereitungsart in China ist jedoch Tee. Neben Teesorten gewinnen in Europa auch Kaffee und Kosmetika immer mehr an Beliebtheit.

Die aktuelle Situation zeigt, dass sich Patienten immer mehr alternativmedizinische Behandlungen wünschen und Ärzt:innen im schulmedizinischen Sektor an Grenzen stoßen. Insbesondere der Zeitmangel stellt in einem wirtschaftlich orientierten Gesundheitswesen ein Problem dar. Innerhalb von 5-10 Minuten muss ein Behandlungskonzept ausgearbeitet sein und Ärzt:innen greifen hierbei häufig auf radikalere pharmazeutische Mittel zurück, die viele Nebenwirkungen beinhalten können und eventuell nur kurzfristiger Natur sind (4).

Wann und ob die jahrtausendealte Pilzkunde und andere Naturheilverfahren in den täglichen Behandlungskonzepten von Kassenärzte:innen integriert werden ist offen, aber die Verfahren werden immer häufiger angewendet. Die ganzheitliche Betrachtung des Patienten und die Aktivierung der Selbstheilungkräfte des Organismus gewinnen an Bedeutung. Die Verfahren sind langfristig preiswerter, wirksamer und nebenwirkungsärmer (5). Studien und Forschungsergebnisse sind schon weiter in den USA entwickelt (Yale University, Johns Hopkins University), aber auch in Deutschland wird munter geforscht (Charité Berlin, Heidelberg). Private Unternehmen betrachten dies bereits vorgreifend als „Metatrend“ und einige Menschen verfügen bereits über eigene, positive Erfahrungen.

  

Quellenangaben:

https://www.aekno.de/fileadmin/user_upload/RheinischesAerzteblatt/Ausgaben/2011/2011.01.012.pdf (Ausgabe 2011)

(5)  Vita Blog: Gabriele Taube, “Der Unterschied zwischen Alternativmedizin und Schulmedizin”;  https://www.vita-blog.de/?p=756 (Publiziert 2012)

(6)  Hack Spirit: “12 Benefits of Reishi Mushrooms - chinese medicine’s most sacred herb”;https://hackspirit.com/reishi-mushroom/ (2019)

(7) Heilpraxis: “Heilpilze- Arten und Anwendungen”; https://www.heilpraxisnet.de/naturheilpraxis/heilpilze-arten-und-anwendung-entwurf-20190616455770/ (2019)

(8) Vitalpilze in der TCM; https://www.mykotherapien.com/Vitalpilze/vitalpilze_tcm.asp; (2018)

(9) Wikipedia (TCM) : https://de.wikipedia.org/wiki/Traditionelle_chinesische_Medizin; (2021)

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